Die freiwillige Gemeindefeuerwehr Weilerswist
seit der kommunalen Neugliederung 1969
Im Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land NRW wird unter §3 Abs.1 folgendes Gesetz verkündet.
Die Gemeinden Lommersum, Metternich, Müggenhausen, Vernich und Weilerswist (Amt Weilerswist-
Lommersum) werden zu einer neuen Gemeinde zusammengeschlossen. Die Gemeinde erhält den Namen Weilerswist.
So entstand im Zuge der kommunalen Neugliederung zum 1. Juli 1969 aus den ehemals selbständigen Gemeinden die neue Gemeinde Weilerswist.
Die Gemeinde liegt im südlichen Teil der Niederrheinischen Bucht . Der Lommersumer Horst im Südwesten der Gemeinde , und das Vorgebirge nördlich von Weilerswist weisen eine Höhenlage von ca. 150 m über NN auf. Der höchste Punkt ist im Lommersumer Horst südlich von Bodenheim mit 158 m über NN.
Die neue Gemeinde wird Rechtsnachfolgerin aller Rechte und Pflichten, sowie aller Vermögens- und Schuldenteile der bisher selbständigen Gemeinden und des Amtes.
Hierunter fällt unter anderem auch die Freiwillige Feuerwehr. Seit dieser Zeit gibt es offiziell die Gemeindefeuerwehr. Diese entstand aus den bestehenden selbständigen Feuerwehren der Ortsteile Derkum- Hausweiler, Lommersum, Metternich, Müggenhausen, Vernich und Weilerswist.
Die Bestellung eines neuen Wehrleiters wurde erforderlich , und war gesetzlich vorgeschrieben. In der Versammlung vom 14.12.69 wurde Herr Johann Schreiner in Anwesenheit von 93 Feuerwehrmännern zum 1. Wehrführer der Gemeinde Weilerswist bei einer Stimmenthaltung gewählt, und nachträglich vom Rat der Gemeinde bestellt. Stellvertreter wurde bei ebenfalls einer Enthaltung Jakob Hilgers. Nach dem Tod von Johann Schreiner wurde Jakob Hilgers am 28. Juni 1970 von den Feuerwehrmännern der Gemeinde beim Anhörungstermin als Nachfolger vorgeschlagen. Als sein Stellvertreter wurde Herr Willi Michels vorgeschlagen. Nach § 9 des Feuerschutzgesetzes werden der Wehrleiter und sein Stellvertreter nach Anhörung der Wehr auf Vorschlag des Kreisbrandmeisters ( Hans Eicks ) durch den Rat bestellt. Dies wurde am 23.8.70 offiziell vollzogen.
Am 23. Nov. 1971 wurden die einzelnen Feuerwehren in drei Löschzüge zusammen gefaßt.
Löschzug I Löschgruppe Weilerswist
Löschgruppe Vernich
Löschgruppenführer Franz Obladen BM
Stellvertreter Stephan Zock OBM
Löschzug II Löschgruppe Lommersum
Löschgruppe Derkum- Hausweiler
Löschgruppenführer Martin Schmitz OBM
Stellvertreter Peter Rosen BM
Löschzug III Löschgruppe Metternich
Löschgruppe Müggenhausen
Löschgruppenführer Willi Michels OBM
Stellvertreter Franz Mohr BM
Unter Leitung von Jakob Hilgers hieß es nun aus den seit Jahren gewachsenen einzelnen Feuerwehren eine gemeinsame schlagkräftige Gemeindefeuerwehr zu formen. Es hieß vor allem alte Vorurteile gegeneinander auszuräumen. Die Feuerwehrleute mußten sich erst einmal untereinander kennen lernen. Der Wehrführer mußte durch viele Initiativen und oft durch Improvisieren die Löschgruppen formen, um so auch auf Gemeindeebene eine gemeinsame Wehr zu bilden.
Es fehlte zunächst einmal an Geld - Grundvoraussetzung um die wichtigsten Dinge die der Feuerwehrmann zum Helfen braucht anzuschaffen. Bei den Brandmeisterdienstbesprechungen wurden in gemeinsamer Arbeit mit allen Löschgruppenführern jedoch die Weichen für einen kontinuierlichen Aufschwung in der Feuerwehr gestellt. Mit Hilfe des damaligen Gemeindedirektors Josef Esser, der viel Verständnis für die Belange der Feuerwehr hatte, kamen die einzelnen Löschgruppen doch schnell auf einen für damalige Zeiten befriedigenden Stand in der persönlichen Ausrüstung.
1972 konnte Jakob Hilgers schon darauf hinweisen, daß es in absehbarer Zeit neue Uniformen gibt. Nach Inkrafttreten eines Erlasses des Landes NRW können aus Haushaltsmitteln jedoch neue Uniformen für die aktiven Wehrleute beschafft werden, und zwar unter Berücksichtigung der erforderlichen Sollstärke gem. Erlaß des Innenministers vom 11.3.1959.
Auf die Gemeinde bezogen hieß daß:
Weilerswist 30 Feuerwehrleute
Lommersum 30 Feuerwehrleute
Vernich 20 Feuerwehrleute
Metternich 20 Feuerwehrleute
Derkum-Hausweiler 20 Feuerwehrleute
Müggenhausen 15 Feuerwehrleute
Doch die zur Verfügung gestellten Mittel reichten bei weitem nicht aus, die vom Minister vorgegebene Empfehlung praktisch umzusetzen. Die Neuanschaffung der Uniformen sollte sich noch um etliche Jahre verzögern, bis alle Aktiven eine neue Uniform hatten.
Es gab viel wichtigere Anschaffungen zu planen und durchzuführen. So heißt es im Protokoll vom 5.4.1973 u.a.: "Die Leiter der Wehren sprachen sich einstimmig dafür aus, daß die z. Zt. notwendigste Anschaffung eine Sprechfunkeinrichtung sei. Hierfür seien sie bereit auf alle sonstigen nicht dringend notwendigen Ausrüstungsgegenstände zu verzichten." Seitens der Verwaltung wurde vorgeschlagen zwei Fahrzeuge mit tragbaren Geräten und die übrigen mit fest installierten Geräten auszurüsten.
Ein weiterer kostenträchtiger Punkt in dieser Zeit war die Neueinrichtung der Sirenenanlagen. Immer wieder wurde die schlechte Alarmierung bemängelt. Anstelle einer Reparatur der alten Sirenenanlage wurde angestrebt neue Sirenen anzuschaffen, die auch bei einem späteren Ausbau des LS-Warnsystems Verwendung finden können.
Im Jahr 1976 erhielt die Feuerwehr aus Haushaltsmitteln einen Betrag von DM 15 000,- DM. Das Geld wurde vorrangig zur Anschaffung von Schläuchen für die einzelnen Löschgruppen gebraucht. Auch in diesem Jahr mußte wieder ein Teil des Geldes zur Anschaffung der neuen Uniformen abgezweigt werden.
1982 schied Willi Michels als Stellvertreter des Gemeindebrandmeisters aus , und Peter Ditz wurde neuer stellvertretender Gemeindebrandmeister. Jakob Hilgers, der die Feuerwehr der Gemeinde bis November 1985 maßgeblich der damaligen Form und Stärke gestaltet hat, hat immer darauf geachtet, daß die einzelnen Löschgruppen in ihrer Selbständigkeit nicht beeinträchtigt wurden. Am Samstag den 15.06.1985 wurde Jakob Hilgers in Lommersum in einer großen Feier offiziell verabschiedet.
In Anerkennung seiner Arbeit wurden ihm schon vorher einige Ehren zu Teil. 1976 wurde er Ehrenbeamter der Gemeinde Weilerswist. Er ist Träger des Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold und in Silber. Er erhielt 1979 die Ehrenplakette der Gemeinde. 1984 erhielt er den goldenen Ehrenring der Gemeinde. Als Höhepunkt erhielt er am 26.4.1985 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Am 13. Oktober 1985 gab es in der Gemeinde Weilerswist drei Anhörungstermine zwecks Beratung und Vorschlag für die Nachfolge von Jakob Hilgers. Weilerswist, Bahnhofsgaststätte 10 Uhr (für Weilerswist und Vernich); Metternich, Gaststätte Swinke 11 Uhr (Metternich und Müggenhausen); Lommersum, Feuerwehrgerätehaus 12 Uhr (Lommersum und Derkum-Hausweiler).
Der § 9 des Feuerschutzgesetzes hat immer noch seine Gültigkeit. Gemeindedirektor Peter Schlösser nahm zusammen mit Kreisbrandmeister Hans Eicks die Termine wahr. Bei allen drei Versammlungen wurde Peter Ditz als neuer Wehrführer vorgeschlagen. Ebenfalls bei allen drei Versammlungen wurde Egon Hilgers als sein Stellvertreter vorgeschlagen. Auf Vorschlag von Herrn Eicks erhielt Peter Ditz mit Wirkung vom 14.11.1985 von der Gemeinde die Ernennung zum Gemeindebrandmeister, Egon Hilgers erhielt die Ernennung zum stellvertretenden Gemeindebrandmeister.
Im Dezember 1987 findet im Schulungszentrum der Gemeinde zum ersten Mal eine Weihnachtsfeier für die Kameraden der Altersabteilung statt. Diese Feier in der Vorweihnachtszeit wurde eine feste Einrichtung. Sie wird von Peter Ditz und den Löschgruppenführer liebevoll vorbereitet. Die älteren Kameraden nehmen diese Einladung immer wieder gerne an.
Im Verwaltungsbericht 1970-1980 der Gemeinde Weilerswist sind die Feuerwehrgerätehäuser mit den entsprechenden Übernahme-Baujahren angegeben.
Müggenhausen 1900
Vernich 1948
Derkum-Hausweiler 1950
Lommersum 1967
Weilerswist 1973
Metternich 1977
Doch hier hat sich in den letzten Jahren einiges getan.
Schulungszentrum Vernich: Der frühere Kindergarten der Gemeinde Weilerswist wurde mit viel Eigeninitiative für die Feuerwehr umgebaut. Die Einweihung erfolgte am 1.11.1987 in Anwesenheit von KBM Hans Eicks und BBM Hans Schröder aus Gummersbach.
Das Feuerwehrgerätehaus Vernich wurde neu gebaut , direkt neben dem Schulungszentrum der Gemeinde, und am 11.5.1990 eingeweiht.
Das Feuerwehrgerätehaus Lommersum wurde zum erstenmal 1981 in Eigeninitiative erweitert und 1983 renoviert. Wegen der Anschaffung eines weiteren Fahrzeuges wurde 1991 eine Erweiterung und Renovierung erforderlich. Alle Arbeiten wurden in Eigenleistung durchgeführt. Die Einweihung erfolgte am 22.2.1991.
In Metternich wurden eine Fahrzeughalle, ein Schulungsraum und Sozialräume in einem neuen Feuerwehrgerätehaus untergebracht. Die Einweihung erfolgte am 6.9.1991.
Das Gerätehaus in Müggenhausen wurde renoviert, das Dach wurde als Schulungsraum ausgebaut, die Sanitäranlagen wurden neu errichtet. Die Einweihung erfolgte am 5.6.1992.
Das Feuerwehrgerätehaus in Hausweiler wurde mit Schulungsraum, Sanitärräumen und mit Fahrzeughalle neu gebaut. Die Einweihung erfolgte am 12.6.1992.
Die Atemschutzwerkstatt im Feuerwehrgerätehaus in Hausweiler wird seit dem 1.1.1993 genutzt.
Im Feuerwehrgerätehaus Weilerswist wurde der Schulungsraum erneuert. Ab Januar 1992 konnte er genutzt werden.
In Vernich baute die Feuerwehr zur Ortsverschönerung den St. Florians-Brunnen. Er wurde am 2.9.1990 eingeweiht.



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